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Analogfotografie
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(Weitergeleitet von Analog-
Analogfotografie oder analoge Fotografie ist ein retronymer Begriff aus der Fototechnik und bezeichnet die Fotografie mittels Analogkamera auf fotografischem Film.
Inhaltsverzeichnis
• 1 Begriff
• 2 Hintergrund
• 3 Kulturwissenschaftliche Aspekte
• 4 Markt
• 5 Nutzung
• 6 Renaissance der Analogfotografie
• 7 Hybridfotografie
• 8 Literatur
• 9 Siehe auch
• 10 Einzelnachweise
• 11 Weblinks
Begriff
Zur Abgrenzung gegenüber den neuen fotografischen Verfahren der Digitalfotografie tauchte zu Beginn des 21. Jahrhunderts der Begriff analoge Fotografie auf.[1]
Die Technik als analog zu bezeichnen, ist historisch falsch und resultiert aus einem Missverständnis. Die erste 'Digitalkamera' von Steven J. Sasson 1975 war eigentlich ein Still Video-
Es handelte sich streng genommen noch nicht um Digitalfotografie, denn zur digitalen Weiterverarbeitung musste nach wie vor ein Framegrabber verwendet werden, der das analoge Videosignal digitalisierte. Immerhin konnten die Bilddaten der Kamera bereits elektronisch mittels Telefon-
Um der Öffentlichkeit die neuartige Technologie zu erklären, verglich man sie in einigen Publikationen technisch mit der bis dahin verwendeten analogen Bildspeicherung der SVC. Durch Übersetzungsfehler und Fehlinterpretationen, sowie durch den bis dahin noch allgemein vorherrschenden Mangel an technischem Verständnis über die digitale Kameratechnik, bezeichneten einige Journalisten danach irrtümlich auch die bisherigen klassischen filmbasierten Kamerasysteme als Analogkameras.[2][3]
Der Begriff hat sich bis heute erhalten und bezeichnet nun fälschlich nicht mehr die Fotografie mittels analoger Speichertechnik in den ersten digitalen Still-
Hintergrund
Vergrößerer für Analogfotografie (Agfa Varioscop)
Eine Fotografie selbst kann weder analog noch digital sein. Lediglich die Bildinformation kann punktuell mittels physikalischer, analog messbarer Signale (Densitometrie, Spektroskopie) bestimmt werden. Nach der Belichtung des Films liegt diese Information nur latent vor. Gespeichert wird diese Information nicht in der Analogkamera sondern erst bei der Entwicklung des Films mittels chemischer Reaktion in einer dreidimensionalen Gelatineschicht (Film hat mehrere übereinander liegende Sensibilisierungsschichten). Die Bildinformation liegt dann als Unikat in Form von entwickelten Silberhalogeniden bzw. Farbkupplern vor.
Bei der digitalen Speicherung werden diese analogen Signale in einer zweiten Stufe digitalisiert und werden damit elektronisch interpretier-
Deshalb lassen sich einzelne fotografische Techniken, wie Doppelbelichtung oder Mehrfachbelichtung mittels Digitalfotografie bisher nur im post-
Kulturwissenschaftliche Aspekte
Eine Fotografie wird subjektiv als gut, interessant oder beeindruckend, niemals aber digital oder analog empfunden. Für den Betrachter spielt das inzwischen kaum noch eine Rolle, weil der Unterschied bei kleinen Bildformaten nicht mehr erkennbar ist. Der Bildeindruck beim Betrachten einer Fotografie wird maßgeblich durch kulturelle und physiologische Faktoren bestimmt und nicht durch die dabei verwendete Speichertechnik. Kulturwissenschaftlich werden die beiden Techniken jedoch unterschiedlich behandelt:
• Für den Erzeuger des Bildes spielt es sehr wohl eine Rolle, ob er ein einmalig vorhandenes Original (das Dia/Negativ) in Händen hält oder lediglich eine digital reduziert binär codierte Beschreibung dessen, was als Bild erst wiederhergestellt werden muss.
• Die manuelle Herstellung einer klassischen Photographie stellt eine kulturelle Leistung dar; ein Handwerk, das unmittelbar an eine Reihe traditioneller und proprietärer Verfahren, Kenntnisse und Fertigkeiten im Studio, Atelier oder Fotolabor gekoppelt ist, ohne die das Bild letztlich nicht realisierbar wird. Mittels dieses Handwerks erzeugt man jedes Mal ein neues, unverwechselbares Original.
• Die kognitiv erfahrbare Information des Bildes liegt bei der Photographie jedem Betrachter unmittelbar vor. Eine Photographie, die unabhängig vom situativen Kontext aufgefunden wird, lässt sofort erkennen, dass es sich um eine Photographie handelt. Man hält das Dia/Negativ gegen das Kerzenlicht und erkennt: Eine Photographie! Damit wird der Zugang zum fotografischen Bild auch strukturschwachen Kulturkreisen überhaupt erst möglich.
• Eine auf einer DVD (oder älteren Speicherform) digital gespeicherte Bildinformation bedarf zur Basis-
• Die Geschwindigkeit, mit der eine fotografische Bildinformation weltweit zur Verfügung steht, ist durch den Einsatz digitaler Netzwerke erheblich gestiegen, setzt letztere aber zwingend voraus.
Markt
Es existieren heute (2013) weltweit nur noch wenige Hersteller, die Kameras für die Analogfotografie produzieren; der Anteil am Gesamtmarkt hat sich inzwischen auf sehr niedrigem Niveau stabilisiert. Der Markt für das notwendige Verbrauchsmaterial (Filme, Fotopapier, Entwicklerchemikalien) sowie für die Dienstleistung der Filmentwicklung ist ebenfalls stark zurück gegangen, existiert aber nach wie vor.
Nutzung
Die Verwendung und Bedeutung als allgemein bildgebendes Instrument im Alltag tritt in den Industriestaaten immer weiter zurück. Einige Amateure und Hobbyfotografen sind aber den Schritt zur Digitalkamera nie gegangen und setzen die Analogfotografie wie gewohnt auch weiterhin ein.
Unter einigen professionellen Fotografen und Fine-
Wesentliches auch weiterhin bestehendes Anwendungsfeld der Analogfotografie ist daneben die professionelle Sofortbildfotografie. Sofort verfügbare Papierbilder sind außer im Kunstgewerbe namentlich noch bei der Dokumentation technischer oder juristischer Sachverhalte von Bedeutung. Sofortbilder (Papierbilder) können dabei grundsätzlich ebenso von digitalen wie von fotochemischen Bildaufzeichnungen her gewonnen werden. Einige Fotografen nutzen die analoge Sofortbildfotografie auch, um sowohl ein einmaliges Original als auch eine ungewöhnliche und besondere Bildwirkung zu erzielen.
Renaissance der Analogfotografie
Helac Fine Art. New York
Die Analogfotografie erfährt nur wenige Jahre nach ihrem vermeintlichen Ende als Kunstform eine Renaissance. In Ausstellungen für großformatige Fotografien tauchen mehr und mehr sogenannte Fine-
Seit den 2010er-
Hybridfotografie
Zu Beginn der 2010er Jahre[4] entwickelte sich ein Trend, vorhandene Analogkameras auch professionell wieder für die Aufnahme auf Filmmaterial zu verwenden. Die entwickelten Negative werden dabei anschliessend nicht mehr in der Dunkelkammer vergrößert, sondern eingescannt, um diese danach digital weiter zu verarbeiten. Diese Technik der Hybridfotografie ist ein Teilbereich der Analogfotografie. Sie verbindet die Vorteile beider Systeme -